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Duftpflanzen im Winter für den kleinen Garten: praktische Tipps zur Gestaltung

Frau riecht an weißen Blumen auf Balkon mit bunten Blumentöpfen und dampfender Tasse.
In diesem Artikel
  1. Gefässe für Duftpflanzen nutzen
  2. In die Höhe pflanzen
  3. Die Grösse sorgfältig wählen
  4. Kleine Ergänzungen
  5. Nicht übertreiben

Auch in kleinen Gärten lässt sich der Duft von Pflanzen geniessen: in Töpfen, als duftende Kletterpflanzen an Mauern und Rankgittern oder sogar im Blumenkisterl.

„Pflanzen, die im Winter blühen, duften viel stärker, denn mit ihrem Duft locken sie Bienen zu den Pollen. Sie müssen sich besonders anstrengen, um die wenigen fliegenden Tiere anzuziehen“, erklärt der Gartenbaufachmann Tony Hall. Er leitet das Arboretum und die Sammlungen gemässigter Klimazonen in den Royal Botanic Gardens in Kew und ist Autor des Buches „Gärtnern mit Duftpflanzen“.

„Deshalb stellt man meist fest, dass duftende Winterblüher wesentlich intensiver riechen als Pflanzen, die im Sommer blühen.“

Gefässe für Duftpflanzen nutzen

Duftende Winterpflanzen in Töpfen eignen sich laut Hall besonders gut für kleine Gärten, wenn wenig Erdfläche vorhanden ist oder der Boden grösstenteils befestigt ist. Die Gefässe lassen sich nahe an Terrassentüren und Fenster rücken, wo man ihren intensiven Duft einatmen kann.

„Man kann Gefässe auch so zusammenstellen, dass sie ineinander verschachtelt wirken: mit unterschiedlichen Grössen, verschiedenen Höhen und verschiedenen Pflanzen.“

„Bepflanzt man ein Gefäss nur für einen schönen Anblick im Winter und nicht speziell wegen des Duftes, genügt torffreie Universalerde. Für Sträucher braucht man dagegen eine erdbasierte Pflanzerde wie John Innes Nr. 3.“

Damit Wintergefässe gut abfliessen, empfiehlt es sich, Tonscherben auf den Boden zu legen und die Töpfe auf Füsse zu stellen. So steigt keine Nässe in die Gefässe auf und die Pflanzen sind vor Frost geschützt.

Sträucher im Topf sind zudem pflegeleicht, fährt Hall fort.

„Man muss die Pflanzen in den Gefässen lediglich zurückschneiden. Vermutlich können sie vier oder fünf Jahre im selben Topf bleiben, bevor man sie herausnehmen und umtopfen oder in ein grösseres Gefäss setzen muss.“

In die Höhe pflanzen

„Selbst im kleinsten Garten kann man, sofern Beete vorhanden sind, Pflanzen an Wänden hochziehen. Die Winterblüte (Chimonanthus praecox) gehört zu den am stärksten duftenden Winterblühern und gedeiht auch im Gefäss sehr gut, wenn man torffreie, erdbasierte Pflanzerde verwendet.“

„Bei Platzmangel zieht man sie dicht an der Wand, wo sie zwei bis drei Meter hoch werden kann. So beansprucht sie eigentlich gar keinen Platz.“

Die Winterblüte braucht volle Sonne und einen warmen, geschützten Standort an einer südseitigen Wand.

„Bemerkenswert sind die Blüten, weil sie an kahlen Zweigen erscheinen. Die meisten sind cremeweiss, es gibt aber auch eine gelbe Sorte namens ‘Luteus’.“

Die Grösse sorgfältig wählen

„In einem kleinen Garten bringt es nichts, für einen Topf eine Pflanze auszuwählen, die vier oder fünf Meter hoch wird. Sie würde dort ständig zu kämpfen haben.“

„Wählen Sie Exemplare, die zwischen einem halben und 1,5 Metern gross werden. Dann müssen sie nur einmal jährlich geschnitten werden.“

Hall nennt einige besonders geeignete Duftpflanzen für den Wintergarten.

Winterblüte (Chimonanthus praecox)

„Sie erfüllt einen durchschnittlich grossen Innenhofgarten mit Duft. Wahrscheinlich kann man ihn aus etwa 10 Metern Entfernung wahrnehmen. Selbst wenn die Blüten mit Frost überzogen sind, duften sie noch.“

Die laubabwerfenden Sträucher tragen im Jänner und Februar schalenförmige Blüten mit vielen Blütenblättern an kahlen Zweigen. „Sie riechen sehr süss und ausgesprochen betörend“, sagt Hall.

Fleischbeere (Sarcococca)

„Sie duftet intensiv und ist immergrün. Das ist ein Vorteil, weil die meisten Winterblüher ihr Laub abwerfen. Nach den weissen Blüten erscheinen glänzende schwarze Beeren.“

Im Topf müsse sie wahrscheinlich zwei oder drei Jahre lang nicht geschnitten werden, ergänzt er. Das hänge davon ab, wie gross sie beim Einpflanzen war.

Seidelbast (Daphne)

„Seidelbast ist immer eine beliebte Wahl, und es gibt sowohl laubabwerfende als auch immergrüne Arten“, sagt er. „Je nach Sorte reicht die Farbpalette von reinem Weiss über Rosa bis zu dunklem Rosa.“

„Da sie recht aufrecht wachsen, eignen sie sich gut für kleine Gärten und gedeihen sowohl in einem recht schmalen Beet als auch im Gefäss.“

Papierstrauch (Edgeworthia chrysantha)

„Das ist eine eher ungewöhnliche Pflanze, ebenfalls stark duftend, laubabwerfend und langsam wachsend. Sie bringt cremegelbe Blüten hervor. Daneben gibt es die Sorte ‘Red Dragon’ mit roten Blüten, die noch langsamer wächst. Die Pflanzen blühen etwas später, im Laufe des Februars.“

„Für einen kleinen Garten sollte man Edgeworthia grandiflora meiden: Sie hat grössere Blüten, wächst aber viel schneller.“

Schneeball (Viburnum)

„Es gibt zahlreiche verschiedene Schneeballarten, und fast alle duften, etwa Viburnum bodnantense und Viburnum farreri. Eine besondere Sorte ist Viburnum carlesii ‘Diana’: Sie wirft ihr Laub ab, hat eine schöne runde Form und würde sich in einem Gefäss sehr gut machen.“

„Sie blüht sehr spät, ab März.“

Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis)

Für kleinere Gärten empfiehlt Hall diese Zaubernussart. Ihre Blüten sind kleiner als jene der grösseren, auffälligeren Intermedia-Hybriden, duften aber wesentlich stärker und verströmen ebenfalls den vertrauten süss-würzigen Duft.

„Auch sie sind in verschiedenen Farben erhältlich, bleiben aber kleiner und eignen sich daher besser für kleine Gärten.“

Kleine Ergänzungen

Wer nur ein Blumenkisterl hat, kann duftende Narzissen wie die Papierweisse Narzisse wählen oder sie unter Sträucher pflanzen. Auch kleine Seidelbast- und Schneeballpflanzen sorgen in kleineren Töpfen für etwas Duft.

Nicht übertreiben

Zu viel Duft kann überwältigend wirken, warnt Hall.

„Wenn man in einem kleinen Innenhof einige Seidelbast-, Fleischbeeren-, Winterblüten- und Schneeballpflanzen setzt, wäre der Duft fast zu viel. Sie würden alle gleichzeitig duften, mit leicht unterschiedlichen, jeweils recht kräftigen Düften.“

Stattdessen bieten sich andere Pflanzpartner an, etwa winterblühende Nieswurz, Skimmia Rubella, Winterlinge (Eranthis) und Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica). Bodendecker wie Spindelsträucher (Euonymus) ergänzen das Bild.

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Magdalena Leitner

Magdalena Leitner ist Expertin für regionale Landwirtschaft und ländliche Gastkultur in Österreich. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte und Entwicklung des Zettler Hofs sowie mit regionalen Produkten und bäuerlichen Traditionen.

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