Wer im Winter mit Holz heizt, greift meist zu klassischem Kaminholz aus dem Baumarkt oder vom Forstwirt. Mittlerweile gewinnt jedoch ein anderes Produkt an Bedeutung: stark verdichtete Holzbriketts aus Sägemehl und Spänen. Sie sehen unscheinbar aus, können beim täglichen Heizen aber einen erheblichen Unterschied machen – sowohl für die Geldbörse als auch für die Umwelt.
Was in verdichteten Holzbriketts steckt
Verdichtete Holzbriketts, auch Pressholz- oder Kaminbriketts genannt, werden aus trockenem Sägemehl und Holzresten hergestellt. Diese werden unter sehr hohem Druck zusammengepresst. Klebstoff wird dabei nicht zugesetzt: Die Ligninstruktur des Holzes sorgt selbst für den Zusammenhalt.
So entsteht ein besonders dichter, gleichmäßig zusammengesetzter Brennstoff mit genau definierten Eigenschaften. Im Unterschied zu herkömmlichem Scheitholz sind Wassergehalt und Holzart weitgehend berechenbar.
Dank ihrer starken Verdichtung liefern Holzbriketts pro Kilogramm bis zu 300 Prozent mehr nutzbare Wärme als viele herkömmliche Holzscheite.
Diese Verlässlichkeit trägt dazu bei, dass immer mehr Haushalte loses Holz zumindest teilweise durch Briketts ersetzen.
Warum Pressholz im Ofen mehr Heizleistung bringt
Hohe Energiedichte statt „Luft im Holz“
Ausschlaggebend ist der Heizwert: Verdichtete Briketts erreichen meist etwa 4,8 bis 5,2 kWh pro Kilogramm. Selbst gut abgelagertes Kaminholz kommt häufig nur auf rund 2 bis 3 kWh je Kilogramm.
- Briketts: etwa 4,8–5,2 kWh/kg
- Klassisches Kaminholz: etwa 2–3 kWh/kg
Der wichtigste Grund dafür ist der Wassergehalt. Briketts enthalten meist weniger als 10 Prozent Feuchtigkeit. Gewöhnliches Brennholz liegt dagegen selbst bei ordentlicher Lagerung eher bei 20 bis 30 Prozent. Das Wasser im Holz muss zunächst verdampfen, bevor der Ofen richtig durchzieht. Die dafür benötigte Energie steht anschließend nicht mehr zum Beheizen des Raums zur Verfügung.
Gleichmäßige und saubere Verbrennung
Durch ihre hohe Dichte und einheitliche Beschaffenheit brennen Briketts ruhiger und besser vorhersehbar. Dabei gibt es weniger Rauch, Flackern und Funkenflug. Bei einem Kamin mit Sichtscheibe zeigt sich zudem, dass die Scheibe deutlich länger sauber bleibt.
Auch der Rauchfang hat Vorteile davon: Weniger Ruß und Teer führen zu geringeren Ablagerungen. Dadurch sinkt das Risiko eines Rauchfangbrands und die Reinigungskosten fallen niedriger aus.
Weniger Asche und weniger zu tragen
Nach dem Verbrennen bleibt aufgrund des hohen Brennwerts weniger Asche zurück. Das Ausleeren macht dadurch weniger Arbeit und im Wohnraum entsteht weniger Staub. Zugleich ist für dieselbe Wärmemenge schlicht weniger Material nötig.
Wer bislang einen Anhänger voll Scheitholz benötigte, erzielt mit ungefähr einem Viertel dieses Volumens an Briketts eine ähnliche Heizleistung.
Platzsparend im Keller: Lagerung und Handhabung
Ein weiterer Vorteil liegt im geringen Platzbedarf. Verdichtete Holzbriketts nutzen den verfügbaren Stauraum effizient: Sie kommen in handlichen Paketen, lassen sich wie Ziegel stapeln und zerfallen dabei nicht.
Das ist besonders für Haushalte ohne große Garage oder Scheune interessant. Grob geschätzt beanspruchen Briketts nur ein Viertel des Volumens, das Scheitholz für dieselbe Energiemenge benötigen würde.
So lagern Sie Briketts richtig
- Trocken und gut belüftet aufbewahren, etwa im Keller oder unter einem Vordach.
- Nicht unmittelbar auf einen feuchten Boden stellen, sondern besser auf eine Palette oder Holzlatten.
- Die Folienverpackung nur teilweise öffnen, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann.
Bleiben die Pakete trocken, lassen sie sich in der Regel mehrere Jahre lagern, ohne nennenswert an Qualität zu verlieren.
Pressholz und Kaminholz im Vergleich
| Merkmal | Verdichtete Holzbriketts | Klassisches Kaminholz |
|---|---|---|
| Heizwert (pro kg) | ca. 4,8–5,2 kWh | ca. 2–3 kWh |
| Feuchtegehalt | < 10 % | 20–30 % |
| Platzbedarf | sehr gering | deutlich höher |
| Ascheaufkommen | niedrig | spürbar höher |
| Ökobilanz | gut (Nutzung von Restholz) | stark von der Forstwirtschaft abhängig |
Aus ökologischer Sicht haben Briketts einen Vorteil, weil sie im Idealfall aus Reststoffen bestehen, die andernfalls entsorgt werden müssten. Sägemehl, Hobelspäne und Holzreste aus der Industrie werden dadurch ein zweites Mal genutzt.
Briketts im Alltag richtig verwenden
Bei der Handhabung unterscheiden sich Briketts etwas von herkömmlichen Holzscheiten. Mit ein paar einfachen Hinweisen findet man sich aber rasch zurecht.
Der richtige Start im Kamin oder Ofen
- Zuerst mit Anzündern und kleinen, sehr trockenen Holzstücken ein Feuer entfachen.
- Sobald ein stabiles Glutbett entstanden ist, ein bis zwei Briketts auflegen.
- Die Luftzufuhr zunächst weiter offen halten, bis die Briketts richtig brennen.
Briketts benötigen anfangs eine etwas höhere Temperatur. Danach brennen sie lange und gleichmäßig. Viele Nutzerinnen und Nutzer legen abends nur noch ein Brikett nach, anstatt laufend mehrere Scheite in den Ofen zu geben.
Luftregelung als Schlüssel zur Effizienz
Eine passende Einstellung der Luftzufuhr verbessert die Ausnutzung des Brennstoffs. Bei zu viel Luft verglühen die Briketts rasch; bei zu wenig Luft entstehen Rauch und eine unvollständige Verbrennung. Deshalb lohnt es sich, am eigenen Ofen verschiedene Einstellungen kurz auszuprobieren.
Was gegen Briketts spricht und für wen sie sich eignen
Briketts haben allerdings auch Nachteile. Beim Kauf erscheinen sie meist teurer als ein Raummeter Kaminholz. Berücksichtigt man den Heizwert, gleicht sich der Unterschied jedoch häufig aus oder die Rechnung fällt sogar zugunsten der Briketts aus.
- Höherer Stückpreis: Ein Paket kostet mehr, dafür wird weniger Material verbraucht.
- Regionale Verfügbarkeit: In ländlichen Gegenden mit traditioneller Holzversorgung sind Briketts mancherorts noch schwer erhältlich.
- Feuergefühl: Manche Kaminfans vermissen das typische Knistern und die unregelmäßige Flamme von Scheitholz.
Trotzdem können Briketts gerade für Menschen mit wenig Stauraum, ohne eigenen Holzschuppen oder mit höherem Wärmebedarf im Winter die sinnvollere Wahl sein.
Wo Sie Holzbriketts kaufen und worauf Sie achten sollten
Baumärkte, Heizmaterialhändler und viele Onlinehändler bieten inzwischen verschiedene Holzbriketts an. Die Auswahl kann rasch unübersichtlich wirken, und es gibt tatsächliche Qualitätsunterschiede.
Qualitätsmerkmale beim Kauf
- Angabe des Heizwerts in kWh/kg
- Feuchtegehalt, idealerweise < 10 Prozent
- Herkunft des Holzes, etwa aus PEFC- oder FSC-zertifizierten Quellen
- Eindeutige Information, dass keine chemischen Bindemittel enthalten sind
Bevor Sie eine ganze Palette bestellen, kann sich ein Probekauf von ein bis zwei Paketen lohnen. Damit lässt sich feststellen, wie der eigene Ofen auf die Briketts reagiert und wie sich die Wärme im Haus anfühlt.
Was Verbraucherinnen und Verbraucher noch wissen sollten
Der Begriff „Heizwert“ führt immer wieder zu Missverständnissen. Maßgeblich ist nicht das Volumen eines Holzstapels, sondern die Energiemenge je Kilogramm und wie viel davon tatsächlich im Raum ankommt. Bei nassem Holz geht ein großer Teil der Energie als Wasserdampf durch den Rauchfang verloren.
Wer Komfort mit niedrigen Emissionen verbinden möchte, kann Briketts mit weiteren Maßnahmen kombinieren: etwa mit einem hydraulisch abgeglichenen Heizsystem, guter Dämmung oder der Unterstützung durch Wärmepumpe oder Solarthermie. Je effizienter das Haus insgesamt arbeitet, umso stärker machen sich hochwertige Brennstoffe auf der Heizrechnung bemerkbar.
Risiken entstehen vor allem durch falsche Anwendung: zu viel Brennstoff auf einmal, eine geschlossene Luftzufuhr oder ein unsauberer Abzug. Eine Einweisung durch Kaminbauer oder Rauchfangkehrer und ein Blick in die Bedienungsanleitung des Ofens helfen, Schäden zu vermeiden und das volle Potenzial der Briketts auszuschöpfen.






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