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Alan Titchmarsh: Sommerzwiebeln im März für üppige Sommerblüten pflanzen

Frau pflanzt Blumenzwiebel im Garten, umgeben von Gießkannen, Blumentöpfen und Samenpäckchen.
In diesem Artikel
  1. Warum der März für Sommerblüten so wichtig ist
  2. Diese Sommerzwiebeln sorgen für große Blüten
  3. Sommerzwiebeln richtig pflanzen und gießen
  4. Versteckte Schädlinge: Sommerzwiebeln vor Thripsen schützen
  5. Praktische Tipps zur Planung, Kombination und Pflege

Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner stehen im Frühling vor leeren Beeten und fragen sich, was zuerst zu tun ist: den Rasen mähen oder Unkraut jäten? Fernsehgärtner Alan Titchmarsh zufolge fällt die Entscheidung über die Blütenpracht im Juni, Juli und August bereits jetzt – unter der Erde und mit den passenden Sommerzwiebeln.

Warum der März für Sommerblüten so wichtig ist

Im März steigen die Temperaturen, die Tage werden länger und der Boden taut allmählich auf. Erfahrene Gärtner nutzen diese Zeit, um Sommerblüher zu pflanzen. So haben Zwiebeln und Knollen mehrere Wochen Zeit, Wurzeln zu entwickeln, bevor die Hitze einsetzt.

Wer Sommerzwiebeln von Ende Februar bis Anfang April pflanzt, schafft die Grundlage für kräftige Pflanzen und eine reiche Blüte.

Fachleute wie Alan Titchmarsh und Pflanzenexpertin Sarah Raven empfehlen, die Zwiebeln nach dem Kauf möglichst rasch in die Erde zu bringen. Liegen sie zu lange im Netz oder Sackerl, können sie austrocknen oder zu faulen beginnen. Jeder weitere Tag im Regal verbraucht Energie, die den späteren Blüten fehlen kann.

Ein weiterer Vorteil: Dahlien, Gladiolen und Lilien zählen zu den eher pflegeleichten Sommerblühern. Nach dem Pflanzen sorgen sie von Juni bis August und häufig noch länger regelmäßig für Farbe, ohne dass täglich Arbeit im Beet anfällt.

Diese Sommerzwiebeln sorgen für große Blüten

Für eindrucksvolle Gartenbilder im Sommer lohnt sich der Blick nicht nur auf die Farbe, sondern auch auf Höhe und Wirkung der Pflanzen. An Zäunen oder entlang der Terrasse eignen sich besonders hohe Sorten, die einen farbenfrohen Vorhang bilden.

Für eindrucksvolle, hohe Beete

  • Lilien: Ihre eleganten, teilweise duftenden Blüten passen in Beete und große Töpfe. Je nach Sorte werden sie 60 cm bis über 1,5 m hoch.
  • Gladiolen: Die langen Blütenähren eignen sich hervorragend als Schnittblumen für die Vase.
  • Freesien: Sie verströmen einen intensiven Duft und kommen in Gruppen gut zur Geltung.
  • Crocosmien: Mit ihrem schlanken, etwas wilden Erscheinungsbild passen sie gut in naturnahe Beete.

Auch diese Klassiker verwandeln ein gewöhnliches Beet rasch in einen Blickfang:

  • Dahlien: Ihre riesigen Blütenköpfe reichen von einfachen Formen bis zu Pompon- und Kaktusblüten.
  • Allium: Die kugelförmigen Blüten stehen über dem Beet und sind im Frühsommer besonders dekorativ.
  • Begonien: Sie eignen sich für den Halbschatten sowie für Töpfe und Balkonkästen.
  • Bartiris: Ihre auffälligen, aufrechten Blüten geben dem Beet Struktur.

Viele Profis pflanzen lieber Gruppen als einzelne Exemplare. Drei bis sechs eng gesetzte Zwiebeln derselben Sorte bilden wesentlich kräftigere Farbflecken als verstreute Einzelpflanzen. Von der Terrasse aus erscheint so ein geschlossenes „Blütenkissen“ statt einiger vereinzelter Farbtupfer.

Für Balkon, Terrasse und kleine Gärten

Bei wenig Platz empfiehlt Alan Titchmarsh reich blühende Pflanzen für Töpfe und Kübel:

  • Begonien: Sie blühen ausdauernd in Kübeln und Kästen.
  • Petunien: Hängende und aufrecht wachsende Sorten passen auf den Balkon und in Blumenampeln.
  • Verbenen: Sie wachsen teppichartig oder bilden überhängende Kaskaden.
  • Rudbeckien: Sie sind robust, auffällig und erinnern in ihrer Erscheinung an Sonnenhut.

Auf dem Balkon kann schon mit wenigen Töpfen eine durchgehende Blütenwand entstehen, ohne dass dafür täglich stundenlang gegossen werden muss.

Sommerzwiebeln richtig pflanzen und gießen

Für alle Zwiebelgewächse gilt als Grundregel, Staunässe zu vermeiden. Sowohl im Beet als auch im Topf sollte die Erde locker und durchlässig sein.

Im Topf: Terrakotta, Drainage und Pflanztiefe

Alan Titchmarsh verwendet gerne große Terrakottatöpfe. Sie sind nicht nur ansprechend, sondern geben über ihre Wände auch langsam Feuchtigkeit ab. Das schützt die Pflanzen vor nassen Füßen.

  • Das Abflussloch kontrollieren und bei Bedarf freimachen.
  • Eine dünne Lage Kies oder Tonscherben einfüllen.
  • Die Zwiebeln mit der Spitze nach oben einsetzen.
  • Torffreie Blumenerde auffüllen und oben einen Gießrand freilassen.

Wie tief gepflanzt wird, richtet sich nach der Größe der Zwiebel. Als Faustregel gilt: Über der Zwiebel sollte ungefähr die zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe an Erde liegen. Kleine Knollen werden flacher gesetzt, große Dahlienknollen etwas tiefer.

Im Beet: Erde lockern und Gruppen pflanzen

Im Garten gilt dasselbe Prinzip. Vor allem Lilien profitieren von einem durchlässigen Untergrund mit etwas Sand oder Kies, damit ihre Wurzeln nicht „ersticken“.

Pflanze Empfohlene Pflanztiefe Abstand
Lilien 15–20 cm 20–30 cm
Gladiolen 8–12 cm 10–15 cm
Dahlien (Knollen) 5–10 cm 40–60 cm
Begonien 3–5 cm 15–20 cm

Nach dem Einsetzen wird gründlich angegossen. Danach darf die Erde wieder leicht abtrocknen. Seltener und dafür durchdringend zu gießen ist besser als tägliche kleine Wassergaben: Die Wurzeln wachsen dadurch tiefer und erschließen sich selbst Wasserreserven.

„Einmal richtig wässern, dann abtrocknen lassen – so bleiben die Zwiebeln gesund und die Blüten halten länger.“

Versteckte Schädlinge: Sommerzwiebeln vor Thripsen schützen

Eine oft übersehene Gefahr sitzt nicht auf den Blättern, sondern möglicherweise schon in der Verpackung: Thripse. Die winzigen Insekten verbergen sich zwischen den Zwiebelschuppen, legen dort ihre Eier ab und wandern im Frühjahr zu Knospen und Blättern.

Typische Anzeichen für einen Befall sind:

  • Verkrüppelte oder verformte Blütenknospen
  • Silbrig glänzende Streifen auf Blättern und Blüten
  • Braune oder vertrocknete Flecken

Eine kurze Kontrolle vor dem Pflanzen kann viel Ärger ersparen. Weiche, schimmelige oder stark fleckige Zwiebeln sollten sofort aussortiert werden. Feste und saubere Exemplare lassen sich wie folgt vorbereiten:

  • Die Zwiebeln behutsam mit einer weichen Bürste säubern.
  • Mit einer Mischung aus 1 Liter Wasser und 1 Esslöffel mildem Insektizid auf Seifenbasis oder milder Schmierseife besprühen.
  • Anschließend gut trocknen lassen.
  • Die Behandlung nach drei Tagen wiederholen.

Manche Gärtner empfehlen für Gladiolen, Ranunkeln und Anemonen zusätzlich ein Bad von ein paar Stunden in einer sehr schwach dosierten Desinfektionslösung. Für Tulpen, Narzissen und Dahlien eignet sich das nicht, da sie empfindlicher reagieren.

Sind Thripse bereits im Beet aktiv, hilft eine Kombination mehrerer Maßnahmen: abends Seifenlösung auf das Laub sprühen, gelbe Klebetafeln aufstellen und stark geschädigte Pflanzen entfernen. Nur gesunde Knollen sollten kühl bei 2–4 °C und trocken eingelagert werden. Wer Zwiebeln aus warmen, trockenen Garagen im nächsten Jahr ohne Kontrolle erneut pflanzt, muss häufig mit einer schwachen Blüte rechnen.

Praktische Tipps zur Planung, Kombination und Pflege

Wer im März pflanzt, kann den Garten gleichzeitig vorausschauend planen. Eine Mischung aus Pflanzen mit früher, mittlerer und später Blütezeit sorgt dafür, dass möglichst wenige Lücken entstehen.

  • Allium und Bartiris für den Frühsommer.
  • Lilien, Gladiolen und Begonien für die Hauptsaison.
  • Dahlien und späte Crocosmien für August und Frühherbst.

Eine mögliche Beetkombination sind hohe Lilien im Hintergrund, lockere Verbenen davor und niedrige Begonien oder Petunien ganz vorne. Dadurch entsteht eine gestufte statt einer flachen Wirkung.

Wichtig ist außerdem, die Zwiebelpflanzen nach der Blüte nicht einfach „abzuhacken“. Vergilbendes Laub sieht zwar wenig ansprechend aus, liefert der Zwiebel aber Reserven für das kommende Jahr. Niedrig wachsende Stauden oder Bodendecker können die verblühten Pflanzen verdecken.

Wer das erste Mal Sommerzwiebeln pflanzt, kann mit einem oder zwei großen Kübeln beginnen. Ein Topf mit Begonien und einer mit Dahlien oder Gladiolen zeigen bereits in einem Sommer, wie groß die Wirkung einer Pflanzung im März sein kann. Danach wächst oft von selbst die Lust, im nächsten Jahr ein ganzes Beet umzugestalten.

Das Besondere: Eine Stunde Arbeit im März und ein paar sorgfältig ausgewählte Zwiebeln lassen den Garten monatelang so aussehen, als wäre jeden Tag ein Profi am Werk. Deshalb sind Sommerzwiebeln für viele eine heimliche Geheimwaffe der Gartensaison.

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Magdalena Leitner

Magdalena Leitner ist Expertin für regionale Landwirtschaft und ländliche Gastkultur in Österreich. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte und Entwicklung des Zettler Hofs sowie mit regionalen Produkten und bäuerlichen Traditionen.

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