Das lässt sich jedoch ändern.
Mit der richtigen Auswahl besonders schnell wachsender Stauden verwandelt sich auch ein kahler Erdfleck binnen kurzer Zeit in ein üppig blühendes Beet. Einige dieser Dauerblüher starten schon im ersten Jahr kräftig durch, locken Bienen und Schmetterlinge an und benötigen dabei überraschend wenig Pflege.
Warum schnellwachsende Stauden im Garten Probleme lösen
Stauden treiben jedes Jahr wieder aus, sodass sie nicht laufend nachgepflanzt werden müssen. Das schont Geldbörse und Nerven und spart Zeit. Dennoch kennen viele Gartenfreunde das Problem: Im Frühling liegt noch viel Erde offen, und klassische Stauden brauchen häufig zwei bis drei Jahre, bis sie sich etabliert haben. Währenddessen macht sich Unkraut breit und das Beet sieht eher kahl als einladend aus.
Mit schnellwachsenden Stauden lässt sich die Wartezeit erheblich verkürzen – zugleich bleibt dem Unkraut weniger Raum.
Zahlreiche dieser schnell wachsenden Pflanzen liefern außerdem reichlich Nektar und Pollen. Ihre dichten Horste bedecken die Erde und schützen sie davor, durch die Sonne zu stark auszutrocknen. Hobbygärtner erreichen damit gleich dreierlei: weniger Unkraut, mehr Blüten und mehr Leben im Garten.
Die Grundlagen: Standort, Boden und Wasser
Ein gut durchlässiger Boden ist für die meisten schnellwachsenden Stauden ideal. Staunässe hemmt ihr Wachstum, besonders im Winter, wenn die Wurzeln leicht zu faulen beginnen. Deshalb empfiehlt es sich, die Erde vor dem Pflanzen gründlich zu lockern, Wurzelunkräuter zu entfernen und etwas reifen Kompost unterzumischen.
Ebenso wichtig sind die Lichtverhältnisse. Als vollsonnig gilt ein Platz, der täglich mindestens sechs Stunden direkte Sonne erhält. Bei Halbschatten ist es ungefähr die Hälfte. Stehen Stauden für die Sonne im Schatten, wachsen sie meist kümmerlich und blühen kaum – dann erfüllt sich die Erwartung an „schnellwachsend“ nicht.
- Die Erde lockern und Unkraut entfernen
- Kompost oder gut verrotteten Stallmist einarbeiten
- Den Standort gezielt nach Sonne oder Halbschatten auswählen
- In der ersten Saison regelmäßig gießen, später sparsamer
- Eine Mulchschicht auftragen, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt
Gerade im Pflanzjahr sind auch widerstandsfähige Stauden auf regelmäßige Wassergaben angewiesen. Haben ihre Wurzeln tiefere Bodenschichten erreicht, vertragen viele Arten Hitze und Trockenheit gut. Dazu zählen etwa Agastache, Katzenminze, Gaillardia und zahlreiche Mädchenaugen.
10 Stauden, die Beete in Rekordzeit füllen
1. Agastache – duftende Dauerblüherin für Bienen
Im Sommer bringen Agastachen laufend farbige Blütenähren hervor, meist in Violett, Rosa oder Orange. Sie wachsen aufrecht, entwickeln schnell kräftige Horste und verströmen einen leichten Anis- oder Minzduft. Ihre Blütenkerzen sind bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen begehrt.
Am liebsten stehen sie sonnig und auf trockenem bis frischem Boden, aus dem Wasser gut abfließen kann. Schneidet man sie nach der Hauptblüte zurück, folgt häufig eine zweite, kleinere Blütenwelle.
2. Katzenminze (Nepeta) – ein blauvioletter Blütenteppich
Sobald es wärmer wird, beginnt die Katzenminze kräftig zu wachsen. Rasch entstehen breite, niedrige Polster, die sich mit blauvioletten Blüten bedecken. Viel Sonne, Trockenheit und selbst nährstoffarmer Boden machen der Pflanze wenig aus.
Nach der ersten Blüte werden die Pflanzen kräftig zurückgeschnitten. Häufig blühen sie noch im selben Jahr ein zweites Mal. Sie eignen sich für Beetkanten, Wegränder und Plätze vor Rosen.
3. Mädchenauge (Coreopsis) – gelbe Blütenfülle bis zum Herbst
Mädchenaugen legen schnell an Größe zu, bleiben meist kompakt und blühen gelb oder orange; manche Sorten zeigen auch zweifarbige Blüten. Wie kleine Sonnen bringen sie monatelang leuchtende Farbe ins Beet.
Wer Verblühtes regelmäßig entfernt, kann sich bis in den Herbst über die Blütenpracht freuen. Die Pflanzen bevorzugen volle Sonne und kommen auch mit eher sandigem oder steinigem Boden erstaunlich gut zurecht.
4. Kokardenblume (Gaillardia) – hitzefest in Rot und Orange
Die leuchtend rot-gelben Blütenköpfe der Gaillardia erinnern an kleine Flammen. Zügig wachsen die Stauden zu dichten Horsten heran; Hitze, Wind und Trockenheit stecken sie besser weg als viele andere Arten.
Sie passen in sehr sonnige, eher trockene Beete, in Kiesgärten und in Vorgärten am Gehweg. In rauen Lagen kann eine leichte Laubschicht als Winterschutz hilfreich sein.
5. Prachtkerze (Gaura lindheimeri) – Blütenwolken in der Schwebe
Die Prachtkerze wächst zu lockeren Büschen mit zarten Stängeln heran. Daran sitzen unzählige kleine weiße oder rosafarbene Blüten, die zu schweben scheinen. Aus einiger Entfernung erinnert die Pflanze beinahe an einen Schmetterlingsschwarm.
Sie wächst rasch, bevorzugt Wärme und verträgt Trockenheit. In naturnahen Staudenbeeten kommt sie zur Geltung. In kälteren Regionen schützt eine etwas dickere Mulchschicht ihre Wurzeln.
6. Fackellilie (Kniphofia) – exotische Farbakzente
Im Sommer erscheinen bei Fackellilien kräftige, aufrechte Blütenstände, die wie brennende Fackeln aussehen. Ihre Farben reichen von Gelb über Orange bis Rot. Die Staude wirkt exotisch, wächst aber zuverlässiger, als ihr Erscheinungsbild vermuten lässt.
Sie mag sonnige, windgeschützte Standorte mit durchlässiger Erde. Passen die Bedingungen, entstehen rasch üppige Horste, die im Staudenbeet die Blicke auf sich ziehen.
7. Stauden-Geranien – Bodendecker für freie Stellen
Viele Stauden-Geranien bleiben niedrig und breiten sich schnell aus. Sie bedecken offene Bodenflächen, halten Unkraut zurück und zeigen im späten Frühjahr und Frühsommer unzählige rosa, blaue oder weiße Blüten.
Unter Rosen und Sträuchern oder am Beetrand sind Stauden-Geranien ideale Partner, denn dort bilden sie rasch geschlossene Teppiche.
Bei manchen Sorten verfärbt sich das Laub im Herbst zusätzlich auf attraktive Weise, was ihren Reiz noch erhöht.
8. Stauden-Salbei – violette Blütenkerzen über lange Zeit
Stauden-Salbei trägt aufrechte, dicht mit Blüten besetzte Ähren in Violett, Blau oder Rosa. Die Blüte beginnt ab Mai. Nach einem kräftigen Rückschnitt im Anschluss an die erste Blüte folgt oft ein zweiter Flor.
Die Pflanze bevorzugt Sonne, verträgt aber auch leichten Halbschatten. Der Boden sollte gut entwässert und eher trocken bis frisch sein. Zusammen mit Katzenminze oder Mädchenauge kommen die Blüten besonders eindrucksvoll zur Geltung.
9. Taglilie – täglich eine neue Blüte
Taglilien entwickeln rasch kräftige, büschelige Horste mit langen, grasartigen Blättern. Zwar bleibt jede einzelne Blüte nur einen Tag geöffnet, doch laufend kommen neue Knospen hinzu. Dadurch bleibt die Pflanze über Wochen attraktiv.
Das Farbspektrum reicht von Gelb und Orange über Rot bis zu beinahe violetten Tönen. Taglilien gedeihen in Sonne und Halbschatten und vertragen auch etwas schwerere Böden, sofern sie nicht ständig im Wasser stehen.
10. Monarde – Farbe und Anziehungspunkt für Bestäuber
Monarden, häufig Indianernesseln genannt, tragen auffällige, „struppige“ Blütenköpfe in Rot, kräftigem Rosa oder Violett. Über unterirdische Ausläufer verbreiten sie sich und nehmen freie Flächen recht schnell ein.
Sie bevorzugen nährstoffreiche, leicht feuchte Erde sowie sonnige bis halbschattige Plätze. An einem Standort, der ihnen zusagt, ziehen sie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in großer Zahl an.
Ganze Beete mit Turbostauden geschickt planen
Eine grobe Aufteilung sorgt dafür, dass ein Beet nicht nur rasch voll, sondern auch harmonisch wirkt. Große und hohe Stauden wie Fackellilie, Monarde oder hohe Agastache stehen hinten. In die Mitte kommen mittelhohe Arten wie Mädchenauge, Gaillardia und Stauden-Salbei. Den vorderen Rand bedecken Bodendecker wie Stauden-Geranien oder niedrige Katzenminze.
| Höhe | Geeignete Stauden | Typischer Platz |
|---|---|---|
| hoch | Fackellilie, Monarde, hohe Agastache | Beethintergrund |
| mittel | Mädchenauge, Gaillardia, Stauden-Salbei, Prachtkerze | Beetmitte |
| niedrig | Katzenminze, Stauden-Geranien | Beetvordergrund, Kante |
Beim Anlegen eines neuen Beets darf zunächst dichter gepflanzt werden, als es auf Dauer nötig ist. Bereits nach zwei bis drei Jahren können überschüssige Teile geteilt und anderswo eingesetzt oder verschenkt werden. Auf diese Weise entsteht aus einem ersten Beet nach und nach ein ganzes Staudenreich.
Praktische Tipps gegen häufige Fehler
Hinter vielen Problemen stehen falsche Erwartungen. Auch wenn schnellwachsende Stauden zügig zulegen, benötigen sie Zeit für die Wurzelbildung. Im ersten Jahr fließt viel Energie in das Wurzelsystem; im zweiten Jahr nimmt das Wachstum dann richtig Fahrt auf.
Zu viel Wasser und zu schwere Böden sind weitere Schwierigkeiten. Vor allem trockenheitsverträgliche Arten leiden unter Nässe stärker als unter einer kurzen Trockenphase. In Gegenden mit sehr nassen Wintern kann es sich lohnen, das Beet leicht zu erhöhen oder Sand und Splitt unter die Erde zu mischen.
Wer Insekten fördern möchte, sollte verblühte Stängel nicht überall sofort entfernen. Manche Arten liefern Samen und bieten Nützlingen Winterquartiere. Im Frühjahr kann das alte Material problemlos knapp über dem Boden zurückgeschnitten werden, damit frische Triebe Platz bekommen.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen